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Marc Bauer

Fear Rage Desire
Still Standing

NEUBAU Verbindungstrakt / 07.03.2026–18.04.2027 / Kuratiert von Anita Haldemann

Das Kunstmuseum Basel zeigt eine Einzelausstellung des international renommierten Schweizer Künstlers Marc Bauer (*1975). In seinen Zeichnungen setzt er sich aus einer queeren Perspektive mit Geschichte, Erinnerung, Geschlecht und Identität auseinander. Unter dem Titel Fear Rage Desire, Still Standing verknüpft er Motive der Künstler:innen Nasta Rojc (1883–1964) und Hieronymus Bosch (um 1450–1516) mit Fotos aus dem Internet und Archivmaterial. Im Zentrum seines Schaffens stehen die Konstruktion von Männlichkeit und die dadurch hervorgehende Gewalt, mit der die Gesellschaft und – als zentrales Thema in dieser Ausstellung – besonders queere Menschen konfrontiert sind. Bauer spannt den Bogen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart und macht sichtbar, wie tief diese Gewalt in den gesellschaftlichen Strukturen verankert ist.

Für seine Werke recherchiert Bauer intensiv: Es liest wissenschaftliche Texte, taucht in Archive ein und spricht mit Wissenschaftler:innen und Expert:innen, darunter Jonathan Katz, der die Ausstellung The First Homosexuals organisiert, recherchiert und in Chicago kuratiert hat. Danach wählt er aus verschiedenen Quellen Bildmaterial und Texte aus. Diese verarbeitet er zu einer sehr persönlichen und äusserst faszinierenden Bildwelt, die mehrdeutig ist und zum Denken anregt.

Seine Wandzeichnungen entstehen direkt auf den Museumswänden und werden nach Ablauf der Ausstellungsdauer wieder zerstört. Besucher:innen können den Entstehungsprozess ab dem 4. März 2026 vor Ort mitverfolgen. Zweimal wird der Künstler die Wandzeichnungen weiter überarbeiten (vom 12.–17. Mai und vom 3.–7. November 2026). Die Zeichnungen an den Wänden, auf Leinwand und Papier bilden zusammen mit dem von den Berliner Künstlern Sin Maldita (Tim Roth) und Philipp Hülsenbeck komponierten Soundtrack eine multimediale Installation.

Die Einladung an Bauer erfolgte anlässlich der Ausstellung The First Homosexuals. Die Entstehung neuer Identitäten 1869–1939, die vom 7.3. bis 2.8.2026 im Neubau zu sehen ist.

Zu Marc Bauer

Marc Bauer (*1975, Genf) lebt und arbeitet in Zürich. Er studierte an der Ecole Supérieure d’Arts Visuels Genève (heute HEAD) und an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam. Seit 2015 ist er Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Seine Arbeiten wurden in Einzelprojekten an renommierten internationalen Institutionen wie dem Menil Drawing Institute, Houston (2023–2024), der Berlinischen Galerie (2020–2021), dem Istituto Svizzero, Mailand (2020), dem Drawing Room, London (2019), dem Centre Culturel Suisse, Paris (2013) und dem MAMCO, Genf (2010), gezeigt. Arbeiten von ihm wurden zudem in Gruppenausstellungen unter anderem im Kunsthaus Zürich (2025, 2019, 2015 und 2008), im Guggenheim Museum Bilbao (2021), im Migros Museum, Zürich (2019 und 2014), im S.M.A.K., Gent (2015) und in der Albertina in Wien (2015) gezeigt. Bauer nahm ausserdem an der Biennale von Sydney 2018 und der Liverpool Biennale 2014 teil.

Er ist Preisträger des Prix Meret Oppenheim 2020 und Gewinner des GASAG Kunstpreises 2020, wurde 2009 mit dem Manor Kunstpreis Genf und 2001, 2005 und 2006 mit dem Swiss Art Award ausgezeichnet.

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