Kunst ist weit mehr als nur ein Spiegel ihrer Zeit. Sondern sie stellt Fragen, die Epochen überdauern. In dieser Ausstellung werden Kunstwerke vom 16. Jahrhundert bis heute aus den Sammlungen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung gezeigt. Sie alle thematisieren die dunklen Seiten unseres Daseins: Krieg und Konflikt, Gewalt und Zerstörung – und letztlich Vergänglichkeit. Die monumentale Installation von Andreas Slominski (* 1959) dient als konzeptueller Dreh- und Angelpunkt. Ihr spannungsreiches Wechselspiel von Faszination und Bedrohung, Eingrenzung und Kontrolle beeinflusste die transhistorische Auswahl der gezeigten Werke.
Hans Holbein d. J., Zwei Schädel in einer Fensternische, um 1520, Kunstmuseum Basel, Amerbach-Kabinett, Foto: Martin P. Bühler
Hans Holbein der Jüngere (1497/98–1543) beispielsweise verwendete symbolische Motive wie Totenschädel, um auf die Unausweichlichkeit des Todes zu verweisen. Lotti Krauss (1912–1985) und Niklaus Stoecklin (1896–1982) reagierten auf die Verwüstungen des Ersten Weltkriegs am Hartmannsweilerkopf in den französischen Vogesen mit kargen Landschaftsdarstellungen. Dabei wird die von Kampfhandlungen gezeichnete Natur zum Sinnbild für menschliches Leid. Kara Walker (* 1969) schuf aus historischen Quellen ein von Gewaltdarstellungen geprägtes Schattenspiel. Ihre Erzählung offenbart, wie stark Rassismus und Sexismus in das soziale Gefüge eingeschrieben sind.
Diese Sammlungspräsentation verleiht Unbehagen, Verletzlichkeit und Gewalt Sichtbarkeit. Nicht in der Absicht, damit abzuschliessen, sondern um zum Nachdenken darüber anzuregen, wie wir mit der Vergangenheit, mit anderen und mit dem, was wir lieber nicht sehen wollen, umgehen.
Sadie Benning
Frits van den Berghe
Hans Bock der Ältere
Miriam Cahn
Niklaus Hasenböhler
Hans Holbein der Jüngere
Jenny Holzer
Lotti Krauss
Klara Lidén
Niklaus Manuel genannt Deutsch
Walter Moeschlin
Meret Oppenheim
Andreas Slominski
Anselm Stalder
Niklaus Stoecklin
Hinrich Stravius
André Thomkins
Kara Walker