Der 1936 eingeweihte, nach Plänen von Rudolf Christ und Paul Bonatz errichtete Hauptbau des Kunstmuseums Basel zählt zu den bedeutendsten Beispielen dieser Baugattung aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit dem herausragenden architekturhistorischen, typologischen und künstlerischen Rang des Bauwerks verbindet sich seine Bestimmung als Schatzhaus einer Sammlung von einzigartiger Bedeutung.
Das Kunstmuseum Basel gehört mit seinen drei Häusern Hauptbau, Neubau und Gegenwart zu den renommiertesten Kunstmuseen international. Es beherbergt die älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt: 1661 erwarb die Stadt Basel das sog. Amerbach-Kabinett und machte es der Öffentlichkeit zugänglich. Die humanistisch geprägte Privatsammlung der Familie Amerbach enthielt unter anderem Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren. Unterdessen umfasst die Sammlung Meisterwerke von Holbein über Paul Cezanne, Pablo Picasso und Sophie Taeuber-Arp bis zu Andy Warhol, Joseph Beuys und Rosemarie Trockel. Zum Haus gehört das Kupferstichkabinett, mit seinen 300'000 Kunstwerken eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Werken auf Papier.
Um den Werterhalt des Hauptbaus sicherzustellen, müssen die Gebäudehülle, der Innenausbau und die technische Infrastruktur in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege saniert werden. Gleichzeitig mit der Gesamtsanierung sollen im Erdgeschoss die Nutzungen optimiert werden.
Das Sanierungsprojekt für den Hauptbau des Kunstmuseum Basel beinhaltet die Steigerung der Energieeffizienz, die Sanierung der Gebäudehülle, die Optimierung des Betriebs und des Besuchserlebnisses sowie die Anpassung des Gebäudes an die aktuellen gesetzlichen Vorgaben, Normen und Richtlinien, insbesondere im Bereich Sicherheit (Kulturgüterschutz, Brandschutz, Erdbeben).
Tangiert von den Optimierungs- und Sanierungsmassnahmen ist der gesamte Hauptbau. Dazu gehören der Shop, der Vortragssaal, die Ateliers Bildung & Vermittlung, das Bistro, das Kupferstichkabinett inklusive Studienraum, der Kassen- und Empfangsbereich inklusive den Galerieräumen sowie diverse Lagerräume und Werkstätten.
Die Realisierung, die voraussichtlich vier Jahre dauern wird, startet frühestens 2029 – vorbehältlich der Dauer des politischen Prozesses und der behördlichen Genehmigungen.
Der Hauptbau des Kunstmuseums wird für die Dauer der Sanierung geschlossen. Einerseits, da damit die Sicherheit der Kunstwerke besser gewährleistet werden kann. Andererseits hat sich in der Vergangenheit und auch in anderen Städten gezeigt, dass bei Teilschliessungen das Besuchererlebnis leidet.
Mit dem Neubau und dem Haus Gegenwart stehen dem Kunstmuseum Basel auch bei einem geschlossenen Hauptbau weiterhin Ausstellungsflächen zur Verfügung. So werden auch während der Sanierung des Hauptbaus grosse Sonderausstellungen im Neubau stattfinden. Die Ausstellungsfläche für die Sammlungspräsentation wird aufgrund der Schliessung des Hauptbaus stark reduziert sein. Deshalb ist das kuratorische Team des Kunstmuseums aktuell damit befasst, einen konzentrierten Sammlungsparcours vorzubereiten. Im Neubau und im Haus Gegenwart sollen Highlights aus der ständigen Sammlung auf überraschend neue Art und Weise präsentiert werden. Diverse weitere Möglichkeiten, die Sammlung physisch und digital zugänglich zu halten, werden ebenfalls geprüft.
Für die Abteilungen und Mitarbeitenden, die ihre Büros im Hauptbau haben, sollen Provisorien an der St. Alban-Vorstadt und im Hafen zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören die Restaurierung, die Ateliers und Büros der Bildung & Vermittlung, die Abteilung Provenienzforschung und das Kupferstichkabinett.
Aktuell wird das Bauprojekt erarbeitet, inkl. detailliertem Kostenvoranschlag und Zeitplan. Sobald das Bauprojekt vorliegt, wird die Regierung dem Grossen Rat den Baukredit sowie die Ausgaben für die Sondernutzungsphase, Archäologie und Umzüge mittels Ratschlag beantragen und das Projekt der Öffentlichkeit vorstellen.
Weitere Informationen zum Bauprojekt: Sanierung Kunstmuseum Basel | Hauptbau auf der Website des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt