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Vera Molnár

Möglichkeiten

HAUPTBAU Grafikkabinette / 17.03.–26.07.2026 / Kuratiert von Fabienne Ruppen

Das Kunstmuseum Basel gibt mit Vera Molnár. Möglichkeiten einen Einblick in das druckgrafische Œuvre der Grande Dame der Computerkunst. Die 28 gezeigten, mitunter mehrteiligen Editionen entstanden von 1991 bis 2023 im Atelier der Éditions FANAL in Basel.

Vera Molnár (1924–2023) interessierte, was mit einer geometrischen Form geschieht, wenn ein Merkmal minimal verändert wird. Dafür nutzte sie ab 1959 ihre «machine imaginaire». Mit Hilfe dieser imaginären Maschine kalkulierte sie ihre Kompositionen Schritt für Schritt weiter – in ihrem Kopf. 1968 konnte Molnár dann erstmals mit einem Computer arbeiten. Die Rechenleistungen der Maschinen ermöglichten der Künstlerin «eine systematische Untersuchung aller visueller Möglichkeiten». Der Computer blieb zeitlebens ein wichtiges Werkzeug für ihre formalen Experimente. Mit ihren Plotterzeichnungen wurde sie zur Pionierin der Medienkunst.

Geometrische Darstellungen prägten das Schaffen der in Budapest geborenen Molnár schon, als sie 1947 in ihre Wahlheimat Paris zog. Besonders gerne arbeitete die Künstlerin mit dem Quadrat. Seine vier gleich langen, rechtwinklig zueinanderstehenden Seiten vermitteln grosse Stabilität. Dieses Gleichgewicht brachte Molnár gezielt ins Wanken. Ihre Werke verdeutlichen, wie bereits geringe Verschiebungen einzelner Elemente wackligere Situationen schaffen.

Vera Molnár, 2 rangées de rectangles, 1985, Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Geschenk Vintage Galéria, Budapest, 2026 © 2026, ProLitteris, Zurich, Foto: Jonas Schaffter

Vera Molnár, 2 rangées de rectangles, 1985, Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Geschenk Vintage Galéria, Budapest, 2026 © 2026, ProLitteris, Zurich, Foto: Jonas Schaffter

Inspirationsquelle für Molnárs Werke waren häufig Alltagseindrücke von Zugfahrten oder Cafébesuchen, die sie in Tagebücher skizzierte. Die weissen Dreiecke auf blauem Grund der Siebdruck-Serie Triangles (2023) wirken zunächst wie eine streng geometrische Studie. Tatsächlich beruhen die fünf Kompositionen jedoch auf dem sich im Laufe eines Tages verändernden Lichteinfall durch die Tür von Molnárs Altersheimzimmer. Vor diesem Hintergrund erhält die formale Untersuchung eine poetische Qualität, und Molnárs Werk regt zu einer aufmerksamen Wahrnehmung der eigenen Umgebung an.

Vera Molnárs druckgrafisches Werk entstand zu einem gewichtigen Teil in Basel, im Atelier der Éditions FANAL in der ehemaligen Papiermühle im Sankt Alban-Tal. Als das Atelier im Frühling 2025 den Betrieb einstellte, bedachte FANAL das Kupferstichkabinett Basel mit einer umfangreichen Schenkung. Zwei ebenfalls ausgestellte Plotterzeichnungen von Molnár, 2 rangées de rectangles (1985), hat das Kupferstichkabinett aus Anlass der Präsentation als Geschenk der Vintage Galéria in Budapest erhalten.

Veranstaltungen zur Ausstellung

Di 2 Juni

FÜHRUNG

HAUPTBAU
12:30–13:00

30 Minuten: Vera Molnár. Möglichkeiten

Mit der Kuratorin Fabienne Ruppen. Kosten: Eintritt