Programm zum Zuhören, Lesen, Mitdiskutieren und Gestalten
Termin: Sonntag, 17. Mai 2026, 10 – 17:45 Uhr
Ort: Neubau
Kosten: Eintritt + CHF 7 / Kostenlose Teilnahme
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit (IDAHOBIT) sowie des Internationalen Museumstags 2026 eröffnet das vielfältige Programm neue Perspektiven auf die wissenschaftlichen Debatten der Zeit. Es lädt dazu ein, die Entstehung neuer sexueller Identitäten um 1900 tiefergehend zu erforschen.
Filmvorführung «Anders als die Andern»
Deutschland, 1919, 50 min, Stummfilm mit englischen und deutschen Zwischentiteln.
Mit einer Einführung von Johnny Willis, stellvertretende:r Kurator:in
Zeit: 11 – 12.15 Uhr
Ort: Neubau, Anlieferung
Kostenlose Teilnahme mit Anmeldung
Foto: Johnny Willis
Johnny Willis ist ein:e nicht-binäre:r Kunsthistoriker:in, stellvertretende:r Kurator:in von The First Homosexuals und Mitherausgeber:in des begleitenden Ausstellungskatalogs. Willis schloss das Studium an der University of Pennsylvania mit Auszeichnung ab und erwarb den Master an der University of British Columbia. Zuletzt war they von 2024 bis 2025 als Curatorial Fellow bei Wrightwood 659 in Chicago tätig.
Installation «Fear Rage Desire, Still Standing» von Marc Bauer
Inspiriert von ausgewählten Themen der Ausstellung The First Homosexuals arbeitet der Künstler Marc Bauer an seiner Wandzeichnung.
Zeit: 10 – 18 Uhr
Ort: Neubau, Durchgang
Kostenlose Teilnahme
Foto: Vincent van der Marck © Copyright 2026 Studio Marc Bauer.
Marc Bauer (* 1975, Genf) lebt und arbeitet in Zürich. Er studierte an der École Supérieure d’Arts Visuels Genève (heute HEAD) und an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam. Seit 2015 ist er Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).
Seine Arbeiten wurden in Einzelprojekten an renommierten internationalen Institutionen wie dem Menil Drawing Institute, Houston (2023–2024); der Berlinischen Galerie (2020–2021), Berlin; dem Istituto Svizzero, Mailand (2020); dem Drawing Room, London (2019); dem Centre Culturel Suisse, Paris (2013) und dem MAMCO, Genf (2010), gezeigt. Arbeiten von ihm wurden zudem in Gruppenausstellungen unter anderem im Kunsthaus Zürich (2025, 2019, 2015 und 2008); im Guggenheim Museum Bilbao (2021); im Migros Museum, Zürich (2019 und 2014); im S.M.A.K., Gent (2015) und in der Albertina in Wien (2015) gezeigt. Bauer nahm ausserdem an der Biennale von Sydney 2018 und der Liverpool-Biennale 2014 teil.
Er ist Preisträger des Prix Meret Oppenheim 2020 und Gewinner des GASAG Kunstpreises 2020 und wurde 2009 mit dem Manor Kunstpreis Genf und 2001, 2005 und 2006 mit dem Swiss Art Award ausgezeichnet.
Gesprächsrunde mit Jonathan D. Katz, Kurator, Charlotte Matter, Laurenz-Assistenzprofessorin für zeitgenössische Kunst an der Universität Basel, und Len Schaller, Kurator:in
Podiumsdiskussion zu den zentralen Ideen und weiterreichenden Implikationen der Ausstellung The First Homosexuals.
Zeit: 13 – 14.30 Uhr
Ort: Neubau, Eventfoyer
Kostenlose Teilnahme mit Anmeldung
In Englisch
Foto: Jonathan D. Katz
Jonathan D. Katz ist Kunsthistoriker, Kurator und Queer-Aktivist. Als Professor für Kunstgeschichte und Frauenstudien an der University of Pennsylvania ist Katz eine Pionierfigur in der Entwicklung der Queer-Kunstgeschichte und Autor zahlreicher Bücher und Artikel, in denen er oft erstmals queere Darstellungen zahlreicher Künstler veröffentlicht. Er hat viele Ausstellungen kuratiert, darunter die erste grosse Queer-Ausstellung in einem Museum in den USA, in der Smithsonian National Portrait Gallery, die mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Als erster Vollzeit-Wissenschaftler in den USA mit einer Festanstellung im Bereich Queer Studies gründete Katz auch das Queer-Studies-Programm der Yale University, das erste in der Ivy League. Als aktivistischer Wissenschaftler gründete er ausserdem den Queer Caucus for Art und war Mitbegründer von Queer Nation und dem GLBT Town Meeting, das in Chicago queere Antidiskriminierungsgesetze durchsetzte. Katz ist emeritierter Präsident des weltweit einzigen queeren Kunstmuseums, dem Leslie Lohman Museum of Queer Art in New York, und kuratierte die Chicagoer Ausstellung The First Homosexuals.
Foto: Lukas Wassmann
Charlotte Matter ist Laurenz-Assistenzprofessorin für zeitgenössische Kunst an der Universität Basel. Zu ihren Forschungsinteressen gehört feministische Kunst, Materialität und Klasse. Ihr Buch, Feminist Substances: Plastics in Art of the 1960s and 1970s, erscheint 2026 bei Manchester University Press. In einem neuen Projekt befasst sie sich mit lesbischen und queeren Künstlerinnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie ist Mitherausgeberin von Sculpture Journal. Zudem ist sie Mitbegründerin des Forschungsprojekts «Rethinking Art History through Disability» und des Kollektivs CARAH – Collective for Anti-Racist Art History.
Führung durch die Ausstellung The First Homosexuals
Zeit: 15 – 15.45 Uhr
Ort: Neubau
Kosten: Eintritt + CHF 7
In Englisch
Tandemführung mit Katha Baur des feministischen Salons Basel und Marianne van Vulpen von queerAltern sowie Anna Dedi, wissenschaftliche Mitarbeiterin
Diese Tandemführung lädt dazu ein, die Ausstellung durch queere Perspektiven neu zu sehen.
Zeit: 16 – 16.45 Uhr
Ort: Neubau
Kosten: Eintritt + CHF 7
Foto: Katha Florin Baur
Katha Florin Baur ist nicht-binär und bisexuell. Katha Florin Baur ist Mitgründer:in des Feministischen Salon Basel und Dozent:in für Sozialpädagogik. Bei der Arbeit und im aktivistischen Kontext legt Katha Florin Baur den Fokus auf Sensibilisierung in Sachen LGBTQIA+, Diversität und Sprache.
Foto: Müller's Foto Factory GmbH
Marianne van Vulpen engagiert sich seit der Gründung des Vereins queerAltern beider Basel im Jahr 2021 für die Rechte und die Sichtbarkeit älterer queerer Menschen und ist heute dessen Präsidentin. Ihr Einsatz gilt der Gleichberechtigung sowie dem konsequenten Eintreten gegen Diskriminierung von queeren Personen. Ein besonderes Anliegen ist ihr die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen älterer queerer Menschen in der Region Basel.
Als Vertreterin von queerAltern ist sie Mitglied der Alterskonferenz 55+. Diese Vernetzung versteht sie als wichtige Chance, die gemeinsame Stimme von Senior:innen zu stärken und gesellschaftspolitischen Anliegen mehr Gewicht zu verleihen. Beruflich ist Marianne van Vulpen im Gesundheitswesen verankert. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der operativen Führung sowie in der Mitarbeit in strategischen Gremien. Heute arbeitet sie als Beraterin im Gesundheitswesen und begleitet Organisationen bei der Umsetzung von Datenschutzanforderungen sowie des elektronischen Patientendossiers. Privat lebt sie seit über 30 Jahren mit ihrer Partnerin zusammen. Gemeinsam haben sie fünf erwachsene Kinder sowie drei Grosskinder, die einen wichtigen und bereichernden Teil ihres Lebens darstellen.
Tandemführung mit Rolf Thalmann, Vorstand Schwulenarchiv Schweiz, und Aïcha Revellat, Kunstvermittlerin
Archive die zum Leben erweckt werden: Objekte aus dem Sozial-, Staats- und Schwulenarchiv bieten spannende Einblicke in die Vergangenheit.
Zeit: 17 – 17.45 Uhr
Ort: Neubau
Kosten: Eintritt + CHF 7
Foto: Rolf Thalmann
Rolf Thalmann leitete von 1982 bis 2009 die Basler Plakatsammlung. Seitdem beschäftigt er sich intensiv mit der schwulen Geschichte der Schweiz. Er ist aktiv im Schwulenarchiv Schweiz und in der damit verbundenen Heinrich Hössli Stiftung.