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Programmtag «Welten im Werden» anlässlich der Ausstellung Cao Fei

Programm zum Zuhören, Lesen, Mitdiskutieren und Gestalten

Termin: Samstag, 26. September 2026, 12 – 16.30 Uhr
Ort: Kunstmuseum Basel | Gegenwart, Studio Gegenwart
Kostenlose Teilnahme, Ticket erforderlich via Ticketlink
Veranstaltungen auf Deutsch und Englisch

Der Programmtag «Welten im Werden» am Kunstmuseum Basel findet im Rahmen der Ausstellung von Cao Fei statt und widmet sich Zukunftsvorstellungen, experimentellem Erzählen und Science-Fiction aus China. Im Zentrum steht die Verbindung von Kunst, Literatur und Wissenschaft sowie die Frage, wie Zukunft kulturell imaginiert wird.

Der Tag bringt internationale Akteur:innen aus Kunst und Kultur zusammen, die sich mit neuen Technologien, Medienkunst und digitalen Räumen wie Virtual Reality, Game Engines oder dem Metaverse beschäftigen. Ausgangspunkt ist die Idee, dass Science-Fiction nicht nur ein Genre, sondern ein zentrales Medium der Gegenwarts- und Zukunftsreflexion ist. Dabei werden auch aktuelle Publikationen wie das Kapsel-Magazin und das Artist Book von Cao Fei einbezogen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diskussion von «Asianess» in der Kunst: Drei internationale Gäst:innen reflektieren unterschiedliche Perspektiven auf asiatische Gegenwartskunst und deren Vielschichtigkeit. Abschliessend präsentiert das Kollektiv AFSAR eine Lecture Performance zum Konzept des «Gossip» in einer vernetzten, technologisch geprägten Welt.

Übergeordnet stellt der Programmtag die Frage, ob narrative und spekulative Erzählformen helfen können, mit einer krisenhaften Gegenwart umzugehen. Gleichzeitig wird kritisch beleuchtet, wie Zukunft und Asien in westlichen Diskursen oft miteinander verschränkt werden.

Programm

Einführung zum Programmtag mit Daniel Kurjaković (Kurator Programme, Begrüssung), Stephanie Seidel (Kuratorin und Leitung Gegenwart) und Nora Wölfing (Kunsthistorikerin und Sinologin)

Der erste Programmpunkt bietet eine Einführung in die Ausstellung Testimonies to the Near Future der Künstlerin Cao Fei. Vorgestellt werden zentrale Themen der Schau sowie ausgewählte Werke, in denen Cao Fei mit spekulativen und teils surrealen Bildern die Auswirkungen gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen auf das menschliche Leben untersucht.

Zeit: 12 – 12.45 Uhr
Ort: Kunstmuseum Basel | Gegenwart, Studio Gegenwart
Kostenlose Teilnahme, Ticket erforderlich via Ticketlink

Zu Nora Wölfing
Foto: Lukas Pürmayr

Foto: Lukas Pürmayr

Nora Wölfing ist Kunsthistorikerin und Sinologin. Sie arbeitet als Wissenschaftlerin, Kuratorin und Journalistin und ist spezialisiert auf zeitgenössische Kunst. Aktuell schreibt sie ihre Doktorarbeit an der FU Berlin und ist als affiliierte Wissenschaftlerin Teil der Forschungsgruppe East Asian Futures an der Ruhr Universität Bochum. Seit 2021 ist sie aktives Mitglied des Research Network for Modern and Contemporary Chinese Art. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit narrativen Strukturen in der zeitgenössischen Medienkunst, immersiven Ausstellungen und nicht-lineare Zeitlichkeiten. Neben Vorträgen auf Fachkonferenzen schreibt Nora regelmässig u.a. für Yishu Journal for Contemporary Chinese Art, ArtAsiaPacific und CURA Magazine. Neben ihrer wissenschaftlichen und journalistischen Tätigkeit kuratiert Nora Ausstellungen und moderiert Veranstaltungen.

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Einblicke in die Zeitschrift Kapsel mit Lukas Dubro (Journalist und Literaturwissenschaftler) und ins neue Artist Book von Cao Fei mit Regina Kanyu Wang (Autorin) und Alice Wilke (Kuratorin)

Chinesische Science-Fiction hat spätestens seit dem Erfolg von Liu Cixin internationale Bekanntheit erlangt, erreicht im deutschsprachigen Raum jedoch oft über englische Übersetzungen ihr Publikum. Das Kapsel Magazin setzt hier an und übersetzt Texte direkt aus dem Chinesischen, in enger Zusammenarbeit mit Autor:innen.

Jede Ausgabe vereint zweisprachig (Chinesisch/Deutsch) Kurzgeschichten, Essays und Illustrationen und ermöglicht so einen direkten Zugang zur zeitgenössischen chinesischen Sci-Fi. Im Rahmen der Veranstaltung stellt Gründer Lukas Dubro das Magazin vor. Im Gespräch mit Alice Wilke und Regina Kanyu Wang wird zudem das Künstlerbuch Testimonies to the Near Future von Cao Fei präsentiert.

Zeit: 13 – 13.45 Uhr
Ort: Kunstmuseum Basel | Gegenwart, Studio Gegenwart
Kostenlose Teilnahme, Ticket erforderlich via Ticketlink
Auf Deutsch und Englisch

Zu Lukas Dubro
Foto: Yanina Isla

Foto: Yanina Isla

Lukas Dubro ist ein in Paris lebender Journalist und Literaturwissenschaftler. Er absolvierte seinen Master an der Freien Universität im Fach Angewandte Literaturwissenschaft. 2017 startete er die Zeitschrift *Kapsel*, und 2012 das Fanzine *Cartouche* über Popkultur aus Berlin. Von 2015 bis 2022 verantwortete er bei der Initiative *Acud Macht Neu* die Pressearbeit und betreute die Literaturreihen. Seit Anfang 2018 arbeitet er als freier Mitarbeiter bei der *Deutschen Presse-Agentur* und seit Ende 2021 beim *Redaktionsnetzwerk Deutschland*. Er schrieb unter anderem für *taz* und *Spex*.

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Zu Regina Kanyu Wang
Foto: Privatbesitz

Foto: Privatbesitz

Regina Kanyu Wang ist eine vielfach ausgezeichnete Autorin, Forscherin und Lektorin, die ihre Zeit zwischen Shanghai und Oslo aufteilt. Sie verfügt über einen Doktortitel in Kulturwissenschaften, einen Master of Fine Arts in Kreativem Schreiben und einen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre. Sie verfasst Science-Fiction, Sachbücher und wissenschaftliche Essays sowohl auf Chinesisch als auch auf Englisch. Sie hat zwei Erzählbände auf Chinesisch, eine Novelle auf Italienisch und einen Sammelband auf Deutsch veröffentlicht. Ihre Geschichten sind in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien in über zehn Sprachen zu finden. Ausserdem war sie Mitherausgeberin von *The Way Spring Arrives and Other Stories*, *New Voices in Chinese Science Fiction* und *The Routledge Handbook of The Wandering Earth*. Sie ist Preisträgerin des chinesischen Nebula Award und des SF Planet Award sowie Finalistin des Hugo Award und des Locus Award.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind chinesische Science-Fiction, künstliche Intelligenz, Kreativ- und Innovationswirtschaft, Gender Studies und Umweltgeisteswissenschaften

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Online-Panel: Narrating Futures – Medienkunst, China und die Imagination von Zukunft mit Dawn Chan (Journalistin und Kritikerin), Iris Long (Kuratorin und Autorin), Nora Wölfing (Moderation) und Gary Zhexi Zhang (Autor und Kurator)

Das Panel versammelt drei internationale Praktiker:innen, die über Zukunftserzählungen, Medienkunst und sich wandelnde Formen der Futuristik diskutieren. Im Fokus steht, wie Zukunftsvorstellungen entstehen, zirkulieren und kulturell geprägt werden. Dabei werden Begriffe wie «Sinofuturismus», «Asianness» oder «Chineseness» kritisch beleuchtet, da sie oft mit stereotypen, techno-utopischen oder dystopischen Bildern verbunden sind.

Ein zentrales Thema ist die Rolle von Künstler:innen aus China und sinophonen Kontexten bei der Prägung von Asienbildern im Westen. Medienkunst dient dabei als wichtiges Feld, um solche Vorstellungen zu hinterfragen und um neue Perspektiven zu entwickeln. Das Panel eröffnet einen Austausch über künstlerische Strategien sowie die politischen und ästhetischen Dimensionen von Zukunftsnarrativen und plädiert für vielfältigere, differenzierte Sichtweisen auf «China».

Zeit: 14 – 15 Uhr
Ort: Kunstmuseum Basel | Gegenwart, Studio Gegenwart
Das Panel findet hybrid (online und vor Ort) statt.
Kostenlose Teilnahme, Ticket erforderlich via Ticketlink
Auf Englisch

Zu Dawn Chan
Foto: Privatbesitz

Foto: Privatbesitz

Als Kulturkritikerin und Autorin hat Dawn Chan regelmässig Beiträge für die New York Times verfasst. Ausserdem hat sie in ArtReview, The Atlantic, The New Yorker, The New York Review of Books, The Paris Review und Spike Art Magazine veröffentlicht; ihre Essays wurden in den Sammelbänden Intersubjectivities vol. IV (Sternberg Press), Spectral Futures (Bloomsbury) und Science Fiction (MIT Press) aufgenommen. Chan, ehemals Gastwissenschaftlerin am Center for Experimental Humanities der New York University, ist derzeit Dozentin am CCS Bard. Sie wurde mit dem Warhol Arts Writers Grant und dem Thoma Foundation Arts Writing Award ausgezeichnet.

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Zu Iris Long
Foto: Privatbesitz

Foto: Privatbesitz

Iris Long ist Autorin und Kuratorin. In ihrer Arbeit untersucht sie die Schnittstellen von Kunst, Wissenschaft und Technologie in China, wobei ihr Schwerpunkt auf der Technowissenschaft und deren kulturellen und räumlichen Implikationen liegt. Sie leitet das Ausstellungs- und Forschungsteam am JD Museum und hat zahlreiche Ausstellungen zu Kunst und Technologie kuratiert, darunter Projekte für bedeutende Institutionen und Biennalen.

Sie ist Berggruen-Stipendiatin für den Zeitraum 2022–2023 und Mitglied der Royal Astronomical Society. Ihre Forschungsergebnisse wurden international an Institutionen wie dem Warburg Institute und dem ZKM Zentrum für Kunst und Medien präsentiert.

Neben ihrer kuratorischen Tätigkeit lehrt sie am Central Saint Martins und initiierte Chinas erstes Artist-in-Residence-Programm mit Schwerpunkt auf Astronomie und Astrophysik am Institut für Astronomie der Tsinghua-Universität. Ausserdem gründete sie Port: Under the Cloud, ein langfristiges Forschungsprojekt zu Chinas technologischen Infrastrukturen.

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Zu Nora Wölfing
Foto: Lukas Pürmayr

Foto: Lukas Pürmayr

Nora Wölfing ist Kunsthistorikerin und Sinologin. Sie arbeitet als Wissenschaftlerin, Kuratorin und Journalistin und ist spezialisiert auf zeitgenössische Kunst. Aktuell schreibt sie ihre Doktorarbeit an der FU Berlin und ist als affiliierte Wissenschaftlerin Teil der Forschungsgruppe East Asian Futures an der Ruhr Universität Bochum. Seit 2021 ist sie aktives Mitglied des Research Network for Modern and Contemporary Chinese Art. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit narrativen Strukturen in der zeitgenössischen Medienkunst, immersiven Ausstellungen und nicht-lineare Zeitlichkeiten. Neben Vorträgen auf Fachkonferenzen schreibt Nora regelmässig u.a. für Yishu Journal for Contemporary Chinese Art, ArtAsiaPacific und CURA Magazine. Neben ihrer wissenschaftlichen und journalistischen Tätigkeit kuratiert Nora Ausstellungen und moderiert Veranstaltungen.

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Zu Gary Zhexi Zhang
Foto: Matthieu Crozier

Foto: Matthieu Crozier

Gary Zhexi Zhangs Arbeit untersucht systemische Zusammenhänge zwischen Kosmologie, Technologie und Wirtschaft. Er arbeitet sowohl eigenständig als auch in Zusammenarbeit mit anderen und innerhalb organisatorischer Rahmenbedingungen. Vor kurzem hat er einen Sammelband mit Erzählungen, Essays und Interviews zum Thema Finanzen und Zeit herausgegeben: Catastrophe Time! (Strange Attractor Press, 2023). Dead Cat Bounce, die Oper, die er gemeinsam mit Waste Paper Opera schuf, feierte 2022 im Somerset House Premiere und ging 2024 auf Tournee. Seine Projekte untersuchen die Entstehung und Vermittlung geopolitischer Vorstellungswelten, insbesondere durch Formen der Arbitrage über Zeit, kulturelle und technische Systeme hinweg.

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Lecture Performance mit AFSAR: «Godsibb in the Machine – Gossiping as Epistemic Agency» mit Yedam Ann (Künstlerin) und Jane Hwang (Künstlerin)

AFSAR (Asian Feminist Studio for Art and Research) ist ein loses Kollektiv aus Künstlerinnen, Kuratorinnen und Wissenschaftlerinnen, dass sich mit Feminismus, Technologie und Wissenszirkulation beschäftigt. In ihrer Lecture Performance untersuchen Yedam Ann und Jane Hwang Klatsch und Tratsch als mehr als blosse Fehlinformation: Nämlich als sozialen Mechanismus, der Deutungshoheit zurückgewinnen kann.

Ausgehend von der historischen Bedeutung von «godsibb» als Form gemeinschaftlicher Analyse verstehen sie Gossip als demokratisches Werkzeug. In einer Zeit intransparenter Technologien und «Black-Box»-Systeme deuten sie Gerüchte und Verschwörungserzählungen über Technologie als Versuche, diese zu «sozialisieren» und verständlich zu machen. Die Performance fragt, ob Gossip über Technologie eine Form epistemischen Widerstands und kollektiver Sinnstiftung darstellt.

Zeit: 15.30 – 16.30 Uhr
Ort: Kunstmuseum Basel | Gegenwart, Studio Gegenwart
Kostenlose Teilnahme, Ticket erforderlich via Ticketlink
Auf Englisch

Zu Yedam Ann
Foto: Privatbesitz

Foto: Privatbesitz

Yedam Ann (geb. 1992 in Seoul, Republik Korea) ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die sich mit den Spannungen zwischen Infrastruktur und menschlicher Bewegung aus der Perspektive einer digitalen Diaspora auseinandersetzt. In ihrer Arbeit untersucht sie, wie spekulative Architektur und systemisches Design strukturelle Ängste und Ausgrenzung hervorrufen. Durch die Schaffung von Räumen, die funktionale Logik nachahmen, dieser jedoch auf subtile Weise zuwiderlaufen, deckt Ann die Absurditäten zeitgenössischer Arbeits- und Sozialsysteme auf. Mit Sprache und verzerrten Strukturen als operativen Werkzeugen gestaltet sie neutralisierte Landschaften neu und verwandelt Desorientierung in einen Ort poetischer Erforschung.

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Zu Jane Hwang
Foto: Michał Majewski

Foto: Michał Majewski

Jane Hwang (geb. 1986 in Urbana, USA) ist eine in Berlin lebende Multimedia-Künstlerin. Durch ihre forschungsbasierte Praxis holt sie die Relikte anderer, die in den Schichten der Nicht-Erfahrung treiben, in die gegenwärtige körperliche und sinnliche Erfahrung zurück. Im Einklang mit dem Rauschen des Archivs erforscht Hwang die Lücken und Abwesenheiten innerhalb von Erzählungen als einen Zustand posthumen Exils. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit mündlicher Überlieferung, Ritualen und historischer Dokumentation und bringt deren Resonanz durch Film, Text und audiovisuelle Installationen zum Ausdruck.

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