Rembrandts Orient

Westöstliche Begegnung in der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts

Neubau / 31.10.2020–14.02.2021 / Kuratoren: Dr. Bodo Brinkmann, Gary Schwartz






Katalog

Der Katalog zur Ausstellung «Rembrandts Orient» untersucht, wie die Maler des niederländischen Goldenen Zeitalters auf die durch Handel, Reisen und Publikationen in den Blick geratenen Gebiete des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens reagierten. Das Fremde war ein reizvoller Kontrast zum Eigenen, aber es erregte kaum tiefergehende Anteilnahme. Das war im 17. Jahrhundert. Wie ist dies heute? Zu dieser Reflexion lädt der Katalog ein.

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Für jemanden, der sein Heimatland anscheinend niemals verlassen hat, verfügte Rembrandt Harmensz. van Rijn über einen erstaunlich grenzenlosen Horizont. Als Künstler, Sammler und Bürger kam er mit Kunstwerken, Gebrauchsgegenständen und Menschen aus allen Teilen der damals bekannten Welt in Kontakt. Rembrandts Neugierde auf alles Fremde und sein unstillbarer Appetit als Sammler waren schon zu seinen Lebzeiten legendär und inspirierten ihn auf einzigartige Weise in seinem Schaffen.

Amsterdam, sein Lebensmittelpunkt, bot dafür ideale Voraussetzungen als Sitz und Heimathafen der Niederländischen Ost- und Westindienkompanien sowie weiterer Handelsgesellschaften. Die Stadt war im 17. Jahrhundert ein wahrhafter kultureller Schmelztiegel. Der Anblick von Gesandten und Handelsreisende aus fernen Gegenden gehörte in der jungen Niederländischen Republik zum Alltag.

Die Ausstellung konzentriert sich auf einen der folgenreichsten Stränge dieser Konstellation: Der Orient – verstanden als nicht eindeutig definierter geographischer Sammelbegriff für diverse aussereuropäische Kulturen des Ostens – regte Rembrandts Fantasie sein gesamtes künstlerisches Leben hindurch an. Er befeuerte die Vorstellung des Malers von den Schauplätzen biblischer Historien, einem seiner bevorzugten Genres. In Selbstbildnissen zeigte sich der Künstler mehrfach in exotischer Kostümierung. Seine Kopien nach am Hof der Grossmoguln entstandenen Miniaturen bilden eine noch nie dagewesene Anerkennung asiatischer Kunst durch einen holländischen Künstler, und schliesslich war er ein begeisterter Käufer von japanischem Papier, das er gerne für seine Radierungen verwendete.

Die Werkauswahl beschränkt sich nicht auf die Person Rembrandts. Neben Schöpfungen seiner Künstlerkollegen und Schüler werden auch Publikationen und andere Quellen zum damaligen Verständnis des Orients gezeigt. Erst durch diesen breiteren Kontext wird anschaulich, was an Rembrandts Verhältnis zum Osten einerseits zeittypisch war und worin sich andererseits seine Einstellung zu diesem Kulturraum von derjenigen seiner Zeitgenossen unterschied. Rembrandts Orient untersucht die Reaktionen der Künstler des Goldenen Zeitalters in Holland aber noch aus einem anderen Grund: Indem sie ihre eigene Lebensumgebung mit Vorbildern aus dem Osten kontrastierten, trugen sie massgeblich zur Herausbildung und Definition jener spezifisch europäischen Identität bei, die bis zum heutigen Tag immer wieder neu verhandelt wurde und wird.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museum Barberini, Potsdam (13. März bis 27. Juni 2021), und steht unter der Schirmherrschaft der Botschafterin des Königreichs der Niederlande in der Schweiz, I.E. Hedda Samson.

Podcast: Rembrandt, habibi!

Der Podcast Rembrandt, habibi! wird von der Autorin und Herausgeberin Amina Aziz fürs Kunstmuseum Basel produziert und ergänzt die Ausstellung Rembrandts Orient um eine explizit postkolonialistische Perspektive. Der Podcast umfasst fünf Folgen à je 20 bis 30 Minuten und lässt neben Amina Aziz verschiedene Akteur*innen der Kulturbranche zu Wort kommen.
Wöchentlich wird eine Folge publiziert. Abrufbar sind sie unter diesem Link: Rembrandt, habibi!

Rembrandt van Rijn

(15.7.1606, Leiden - 4.10.1669, Amsterdam)

Rembrandt Harmensz van Rijn wurde in Leiden als Sohn eines Müllers geboren. Nach Abschluss der Lateinschule immatrikulierten ihn seine Eltern an der Universität Leiden. Rembrandt brach die Schule bald ab und wurde Malerlehrling bei Jacob van Swanenburch in Leiden und später bei Pieter Lastman in Amsterdam. Zurück in Leiden machte er sich zusammen mit Jan Lievens als unabhängiger Künstler selbständig. Zu dieser Zeit malte Rembrandt vor allem biblische Szenen in einem präzisen Stil und mit lebhaften Farben.1634 heiratete Rembrandt Saskia Uylenburgh. Sie hatten einen Sohn, Titus, im Jahr 1641. Ein Jahr später starb Saskia Uylenburgh. Später, 1654, hatte Rembrandt eine Tochter mit Hendrickje Stoffels. Inzwischen hatte er enorme Schulden angehäuft und war gezwungen, sein Haus und seinen Besitz zu verkaufen. Er starb 1669 und wurde in der Amsterdamer Westerkerk beigesetzt.







Katalog

Der Katalog zur Ausstellung «Rembrandts Orient» untersucht, wie die Maler des niederländischen Goldenen Zeitalters auf die durch Handel, Reisen und Publikationen in den Blick geratenen Gebiete des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens reagierten. Das Fremde war ein reizvoller Kontrast zum Eigenen, aber es erregte kaum tiefergehende Anteilnahme. Das war im 17. Jahrhundert. Wie ist dies heute? Zu dieser Reflexion lädt der Katalog ein.

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Die Ausstellung wird unterstützt durch:

  • Pierrette Schlettwein
  • Anonyme Privatperson
  • Sulger-Stiftung
  • Novartis International AG
  • L. & Th. La Roche Stiftung
  • Annetta Grisard-Schrafl
  • BLKB
  • HEIVISCH
  • Karl und Luise Nicolai-Stiftung
  • Stiftung zur Förderung niederländischer Kunst in Basel
  • Isaac Dreyfus Bernheim Stiftung
  • Anonyme Gönnerinnen und Gönner
  • Stiftung für das Kunstmuseum Basel

Veranstaltungen zur Ausstellung

Sat28Nov

Neubau
14:00–15:00

Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient. WESTÖSTLICHE BEGEGNUNG IN DER NIEDERLÄNDISCHEN KUNST DES 17. JAHRHUNDERTS"

Kosten: Eintritt + CHF 5

Sat5Dec

Neubau
14:00–15:00

Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient"

Kosten: Eintritt + CHF 5

Sun6Dec

Neubau
14:00–15:00

Guided tour in English "Rembrandt's orient. WEST MEETS EAST IN DUTCH ART OF THE SEVENTEENTH CENTURY"

Costs: Entry + CHF 5

Sat12Dec

Neubau
14:00–15:00

Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient. WESTÖSTLICHE BEGEGNUNG IN DER NIEDERLÄNDISCHEN KUNST DES 17. JAHRHUNDERTS"

Kosten: Eintritt + CHF 5

Sat19Dec

Neubau
14:00–15:00

Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient. WESTÖSTLICHE BEGEGNUNG IN DER NIEDERLÄNDISCHEN KUNST DES 17. JAHRHUNDERTS"

Kosten: Eintritt + CHF 5

Sat26Dec

Neubau
14:00–15:00

Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient. WESTÖSTLICHE BEGEGNUNG IN DER NIEDERLÄNDISCHEN KUNST DES 17. JAHRHUNDERTS"

Kosten: Eintritt + CHF 5

Sun27Dec

Neubau
14:00–15:00

Visite Guidée en Français "L’ORIENT DE REMBRANDT. RENCONTRE ENTRE L’OUEST ET L'EST DANS L’ART HOLLANDAIS DU 17 SIÈCLE"

Frais: Entrée + CHF 5

Sat2Jan

Neubau
14:00–15:00

Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient. WESTÖSTLICHE BEGEGNUNG IN DER NIEDERLÄNDISCHEN KUNST DES 17. JAHRHUNDERTS"

Kosten: Eintritt + CHF 5

Sun3Jan

Hauptbau, Atelier
10:00–16:00

Offenes Atelier: Neue Welt

Hier entwirfst du eine Welt, wie sie dir gefällt. Der Eintritt ist kostenlos. Ab 4 Jahren

 

Hauptbau
14:00–15:00

Guided Tour in English "Rembrandts Orient. west meets east in dutch art of the seventeenth century"

Kosten: Eintritt + CHF 5

Sat16Jan

Neubau
14:00–15:00

Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient. WESTÖSTLICHE BEGEGNUNG IN DER NIEDERLÄNDISCHEN KUNST DES 17. JAHRHUNDERTS"

Kosten: Eintritt + CHF 5

Sun24Jan

Neubau
14:00–15:00

Visite Guidée en Français "L’ORIENT DE REMBRANDT. RENCONTRE ENTRE L’OUEST ET L'EST DANS L’ART HOLLANDAIS DU 17 SIÈCLE"

Frais: Entrée + CHF 5

Sat30Jan

Neubau
14:00–15:00

Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient. WESTÖSTLICHE BEGEGNUNG IN DER NIEDERLÄNDISCHEN KUNST DES 17. JAHRHUNDERTS"

Kosten: Eintritt + CHF 5

 

Hauptbau, Atelier
14:00–16:30

Kinder–Workshop: Rembrandts Weltreise

Für Kinder von 7 bis 10 Jahren. Die Anmeldung erfolgt über tours@kunstmuseubasel.ch. Kosten: CHF 15, mit Familienpass 10 CHF

Wed3Feb

Neubau
18:30–19:30

Kuratorenführung mit Bodo Brinkmann

In der Ausstellung "Rembrandts Orient". Kosten: Eintritt + CHF 5

Sat6Feb

Neubau
14:00–15:00

Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient. WESTÖSTLICHE BEGEGNUNG IN DER NIEDERLÄNDISCHEN KUNST DES 17. JAHRHUNDERTS"

Kosten: Eintritt + CHF 5

Sun7Feb

Neubau
14:00–15:00

Guided tour in English "Rembrandt's orient. WEST MEETS EAST IN DUTCH ART OF THE SEVENTEENTH CENTURY"

Costs: Entry + CHF 5

Wed10Feb

Neubau
18:30–19:30

Transdisziplinäre Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient"

Kult Status, mit einer Expert*in für Kunst und Krempel. Kosten: Eintritt + CHF

Sat13Feb

Neubau
14:00–15:00

Führung in der Ausstellung "Rembrandts Orient. WESTÖSTLICHE BEGEGNUNG IN DER NIEDERLÄNDISCHEN KUNST DES 17. JAHRHUNDERTS"

Kosten: Eintritt + CHF 5

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