Termin: Samstag, 29. August 2026, 11 – 12.30 Uhr
Ort: Neubau, Eventfoyer
Kostenlose Teilnahme, Ticket erforderlich via Ticketlink
Auf Englisch
Das Kunstmuseum Basel zeigt ein Projekt des international renommierten Schweizer Künstlers Marc Bauer (*1975). In seinen Zeichnungen setzt er sich aus einer queeren Perspektive mit Geschichte, Erinnerung, Geschlecht und Identität auseinander. Unter dem Titel Fear Rage Desire, Still Standing verknüpft er kunsthistorische Motive, zum Beispiel von Künstler:innen wie Hieronymus Bosch (um 1450–1516) und Nasta Rojc (1883–1964), mit Fotos aus dem Internet und Archivmaterial. Im Zentrum seines Schaffens stehen die Konstruktion von Männlichkeit und die dadurch hervorgehende Gewalt, mit der die Gesellschaft und – als zentrales Thema in diesem Projekt – besonders queere Menschen konfrontiert sind. Bauer spannt den Bogen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart und macht sichtbar, wie tief diese Gewalt in den gesellschaftlichen Strukturen verankert ist.
Für seine Werke recherchiert Bauer intensiv: Es liest wissenschaftliche Texte, taucht in Archive ein und spricht mit Wissenschaftler:innen und Expert:innen, darunter Jonathan D. Katz, der die Ausstellung The First Homosexuals organisiert, recherchiert und in Chicago, USA, kuratiert hat. Danach wählt er aus verschiedenen Quellen Bildmaterial und Texte aus. Diese verarbeitet er zu einer sehr persönlichen und faszinierenden Bildwelt, die mehrdeutig ist und zum Denken anregt.
Bauers Zeichnungen entstehen zum Teil direkt auf den Museumswänden und werden nach Ablauf der Präsentationsdauer wieder zerstört. Besucher:innen des Kunstmuseums können den Entstehungsprozess mitverfolgen. Der Künstler wird die Wandzeichnungen weiter überarbeiten (vom 3.–7. November 2026). Die Zeichnungen an den Wänden, auf Leinwand und Papier bilden zusammen mit dem von den Berliner Künstlern Sin Maldita (Tim Roth) und Philipp Hülsenbeck komponierten Soundtrack eine multimediale Installation.
Am Gespräch nehmen Marc Bauer (Künstler), Anita Haldemann (Kuratorin, Leitung Kupferstichkabinett) und Len Schaller (Co-Kurator:in The First Homosexuals) teil.
Dieses Gespräch ist Teil des Super Saturdays, einer gemeinsamen Veranstaltung von Kunsttage Basel, Kunstmuseum Basel, Museum Tinguely und Theaterfestival Basel.