Grafik grenzenlos

Die Schweizerische Graphische Gesellschaft

HAUPTBAU Grafikkabinette / 04.08.–29.11.2026 / Kuratiert von Amélie Joller

Das Kunstmuseum Basel zeigt mit Grafik grenzenlos. Die Schweizerische Graphische Gesellschaft einen vielfältigen Sammlungsbestand des Kupferstichkabinetts: die sogenannten Jahresgaben der Schweizerischen Graphischen Gesellschaft (SGG). Die 34 gezeigten Arbeiten sind zwischen 1917 und 2026 entstanden und zeigen eine grosse Spanne an künstlerischen Stilen, Techniken sowie inhaltlichen Auseinandersetzungen. Zu sehen sind unter anderem Werke von Omar Ba (*1977), Alice Bailly (1872–1938), Eduardo Chillida (1924–2002), Paul Klee (1879–1940), Meret Oppenheim (1913–1985) und Shirana Shahbazi (*1974).

Um 1900 entdecken immer mehr Künstler:innen druckgrafische Techniken als eigenständige, von der Malerei unabhängige Ausdrucksform. Die dabei entstehenden Werke werden als Originalgrafik bezeichnet. Bei Kunstsammler:innen sowie Museen kommt das Bedürfnis auf, die zeitgenössische Grafik und Künstler:innen gezielt zu fördern.

Um auf dieses Bedürfnis zu reagieren, wird 1918 die SGG gegründet. Bis heute fördert sie die grafischen Künste, indem sie Kunstschaffende beauftragt, Druckgrafiken zu produzieren. Die 125 Mitglieder der SGG sind Schweizer und internationale Museen sowie Privatsammler:innen. Jedes Mitglied der SGG erhält die Druckgrafik als Jahresgabe, begleitet von Erläuterungen zu Technik und Darstellung. Pro Jahr werden mindestens zwei Jahresgaben verteilt.

Da Paul Ganz (1872–1954), der erste Präsident der SGG, 1918 zugleich der Konservator der Öffentlichen Kunstsammlung Basel (die Sammlung des Kunstmuseums) war, erhält das Kunstmuseum bis heute jeweils das erste Exemplar aller Jahresgaben. An wen der Auftrag für eine Jahresgabe geht, entscheidet die Generalversammlung der SGG in einem demokratischen Verfahren.

In den 278 Jahresgaben, die seit dem Bestehen der SGG entstanden sind, werden die Grenzen der Grafik immer wieder neu ausgelotet: Künstler:innen experimentieren mit neuen druckgrafischen Verfahren, erproben neue Darstellungsweisen und machen die Druckgrafik zum Verhandlungsraum von Erinnerungskultur, Emanzipation und gesellschaftlicher Verantwortung.