Werke aus der Familiensammlung Esther Grether

Hauptbau / Kuratoren: Dr. Josef Helfenstein, Dr. Eva Reifert

Das Kunstmuseum Basel erhält die einmalige Gelegenheit, Werke aus einer herausragenden Basler Privatsammlung zu präsentieren: Die Familiensammlung Esther Grether gehört zu den international bedeutendsten Sammlungen von Werken der Klassischen Moderne bis in die Gegenwartskunst. Insgesamt 19 Werke aus dieser Sammlung sind nun für rund ein halbes Jahr zu Gast im Kunstmuseum, eingebettet in die hauseigenen Bestände derselben Epochen.

Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf den Beständen des Surrealismus, eine Bewegung, die in der Familiensammlung Grether einen besonderen Platz einnimmt. Die Sammlung des Kunstmuseums wird so durch bedeutende Werke wie Salvador Dalís «Cygnes se reflétant en éléphants» (1937), Max Ernsts «Epiphanie» (1940) und Yves Tanguys «Les derniers jours» (1944) ergänzt. Zudem wird der Horizont des figurativen Surrealismus durch ein eigenes Kabinett erweitert, das René Magritte gewidmet ist: Von diesem belgischen Surrealisten finden sich in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel keine Werke. Magrittes rätselhaften Gemälden der 1930er bis 1960er Jahre, darunter «La belle de nuit» (1932/33) und «L’Empire des lumières» (1948-1962), werden Man Rays Fotografien «Le violon d’Ingres» (1924) und «La Prière» (1930-1970) zur Seite gestellt.

Weitere ausgewählte dialogische Bezüge zwischen den beiden Sammlungen entstehen durch die Präsenz eines Stillebens von Paul Cézanne im ersten Obergeschoss, je ein Gemälde von František Kupka und Giacomo Balla, die im Kontext des Kubismus und Futurismus gezeigt werden, und durch Francis Bacons Frühwerk «Four Studies for a Self-Portrait» (1967), das seinen Auftritt neben dem späten Picasso hat. Im neu eingerichteten Giacometti-Saal erhalten ausserdem zwei Skulpturen und ein Gemälde Alberto Giacomettis aus der Sammlung Grether ihren temporären Platz. Hans Grether (†1975) hatte 1965 massgeblich dazu beigetragen, dass die Alberto Giacometti Stiftung gegründet werden konnte. Dank seines finanziellen Beitrags kann im Kunstmuseum Basel seit den Siebziger Jahren dauerhaft ein bedeutender Bestand von Werken Alberto Giacomettis aus der Stiftung gezeigt werden.

Die Werke der Sammlung Grether sind in der Präsentation im Kunstmuseum durch graue Werkschildchen erkennbar gemacht.