Fragen der Zeit: Links ≠ woke. Oder doch? Über das Linkssein heute

Kunstmuseum Basel | Neubau

23. Januar
Einlass: 18.30 Uhr
Beginn: 19 Uhr
Susan Neiman und Patricia Purtschert im Gespräch
Tickets via Literaturhaus Basel.

Seit sie denken kann, ist Susan Neiman erklärte Linke. Doch seit wann ist die Linke woke? In ihrer Streitschrift kritisiert sie, zeitgenössische linke Stimmen hätten ausgerechnet die Überzeugungen aufgegeben, die Neiman für den linken Standpunkt als entscheidend ansieht: ein Bekenntnis zum Universalismus, der Glaube an Fortschritt und eine klare Unterscheidung zwischen Macht und Gerechtigkeit. Damit stiess Neiman auf viel Zustimmung, aber auch auf Widerspruch.

Patricia Purtschert forscht u.a. zu Macht, Wissen, Postkolonialismus und Geschlecht. Sie kritisiert das «Zerrbild einer Identitätspolitik», das seit Jahren von westlichen Medien gezeichnet wird, und plädiert für eine Rückbesinnung auf die «ursprünglichen Ziele von Identitätspolitik», wie sie u.a. 1977 in der Erklärung des Combahee River Collectives, einer Gruppe Schwarzer, lesbischer Feministinnen, formuliert wurde.

Im Gespräch mit Susan Neiman und Patrica Purtschert geht es um die Frage, welche Positionen und Argumente solidarische, feministische und demokratiestärkende Anliegen gerade befördern oder schwächen.

In der Veranstaltungsserie «Fragen der Zeit» nehmen bedeutende Denker:innen aus verschiedenen Disziplinen Stellung zu drängenden Fragen der Gegenwart und beleuchten kritische Zusammenhänge, die die heutigen Gesellschaften umtreiben. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation des Kunstmuseums Basel und des Literaturhaus Basel.

Susan Neiman

Susan Neiman (*1955 in Atlanta), war Professorin für Philosophie an den Universitäten Yale und Tel Aviv, bevor sie im Jahr 2000 die Leitung des Einstein Forums in Potsdam übernahm. Zuletzt erschienen: «Warum erwachsen werden?» (2015), «Von den Deutschen lernen» (2020) und «Links ist nicht woke» (2023). Sie lebt in Berlin.

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Patricia Purtschert

Patricia Purtschert (*1973), Philosophin und Kulturwissenschaftlerin, ist ausserordentliche Professorin für interdisziplinäre Geschlechterforschung am IZFG der Universität Bern. Neben vielen Forschungsaufenthalten im Ausland arbeitete sie u.a. im SNF-Forschungsprojekt «Kolonialismus ohne Kolonien? Eine Diskursanalyse der postkolonialen Schweiz» an der ETH Zürich.

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