Mit Vanguardistas. 100 Jahre lateinamerikanische Künstlerinnen präsentiert das Kunstmuseum Basel | Gegenwart erstmals in der Schweiz eine gross angelegte Überblicksausstellung von Künstlerinnen aus Lateinamerika. In internationaler Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen in Belgien, Deutschland und Finnland versammelt die Ausstellung Werke von mehr als 70 Künstlerinnen aus über einem Jahrhundert, darunter bedeutende Arbeiten international bekannter Künstlerinnen wie der Kolumbianerinnen Olga de Amaral (* 1932) und Doris Salcedo (* 1958), der britisch-mexikanischen Künstlerin Leonora Carrington (1917–2011), der Paraguayerin Claudia Casarino (* 1974), der Brasilianerin Lygia Clark (1920–1988), der kubanisch-US-amerikanischen Künstlerinnen Carmen Herrera (1915–2022) und Ana Mendieta (1948–1985), der Mexikanerinnen Frida Kahlo (1907–1954) und Teresa Margolles (* 1963), der Argentinierin Marta Minujín (* 1943) und der Chilenin Cecilia Vicuña (* 1948).
Im Zentrum von Vanguardistas stehen Künstlerinnen, deren Werke die Entwicklung der Moderne und Gegenwartskunst in Lateinamerika entscheidend mitgeprägt haben. Die Ausstellung fragt, was Avantgarde in Lateinamerika bedeutet – nicht als Stilrichtung, sondern als ein vielstimmiges Geflecht kultureller, sozialer und politischer Bewegungen. Über alle drei Stockwerke des Kunstmuseum Basel | Gegenwart entfaltet sich eine Ausstellung, die künstlerische Avantgarden, gesellschaftliche Umbrüche und politische Kämpfe ebenso in den Blick nimmt wie Fragen nach Identität, Körper, Territorium und Zugehörigkeit.
Historische und zeitgenössische Positionen spannen dabei einen Bogen über mehrere Generationen, diverse Medien und unterschiedliche geografische Kontexte hinweg. Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Installationen, Filme und Performances zeigen, wie eng künstlerische Entwicklungen mit den historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Transformationen Lateinamerikas verbunden sind – von der Auseinandersetzung mit kolonialen Traditionen über Urbanisierung und politische Umbrüche bis hin zu aktuellen Fragen nach Erinnerung und sozialer Gerechtigkeit.
Statt einer linearen Erzählung entfaltet Vanguardistas neue und vielschichtige Perspektiven und zeichnet die Entwicklung eigenständiger künstlerischer Positionen sowie die intensive internationale Vernetzung nach – sowohl innerhalb Lateinamerikas als auch mit Europa und Nordamerika.
Die Ausstellung vereint Leihgaben aus den bedeutendsten Museen und Sammlungen Süd- und Nordamerikas und Europas, darunter die Pinacoteca de São Paulo, das Museu de Arte de São Paulo (MASP), das Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires (MALBA), die Cisneros Fontanals Art Foundation (CIFO) in Miami, das Institute for Studies on Latin American Art (ISLAA) in New York, die Fondation Cartier pour l’art contemporain in Paris sowie die Tate in London. Zahlreiche Werke reisen dafür erstmals in die Schweiz und nach Europa.
Begleitend zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein umfangreich bebilderter Katalog mit neuen Essays von Genêse Andrade, María Amalia García, Ayelén Pagnanelli, Andrea Giunta, Lorraine Mendes und Heike van den Valentyn sowie einer Chronologie und Beiträgen zu allen beteiligten Künstlerinnen.
«Vanguardistas. 100 Jahre lateinamerikanische Künstlerinnen» ist eine Ausstellung des Kunstmuseums Basel, dem EMMA – Espoo Museum of Modern Art, dem BOZAR Centre for Fine Arts, Brüssel und der Bundeskunsthalle, Bonn.