02 Oct 2020

Im Rahmen der Ausstellung «The Incredible World of Photography» redet Aïcha Revellat mit Basler Künstler*innen.

Emanuel Rossetti (*1987 in Basel, lebt und arbeitet in Basel)

Wie Bilder generell zeichnen sich Fotografien nicht nur durch dasjenige, was sie zeigen, aus, sondern vor allen Dingen auch durch das, was sie nicht zeigen. Alles, was im Verborgenen bleibt, was ausserhalb des Sichtfeldes der Kamera angesiedelt ist, muss von den Betrachter*innen hinzugedacht werden. Bereits in den frühesten Arbeiten Emanuel Rossettis zeigt sich dessen Interesse an der Frage, wie abstrakte und konkrete Räumlichkeiten konstruiert werden und wie wir uns in diesen bewegen. In seinen Installationen verschwimmen Ausstellungs- mit Backstagebereichen, Alltagsobjekte wie Kaffeekannen und Scheren werden dem realen Raum und ihrer ursprünglichen Funktion enthoben und zu entfremdeten Readymades. Für die jüngste Fotoserie Walks (2020) nahm Rossetti mit einem Fischauge-Objektiv Stadt- und Stadtrandansichten auf, sodass anstelle der klassischen rechteckigen Tableau-Form kreisrunde Bilder in quadratischen Rahmen entstanden. Der verzeichnende Effekt der Fischaugenlinse schafft zusätzlich Distanz zwischen dem Fotografen und seinen Motiven, sodass die Bilder weder als von ihm konstruierte Kompositionen, noch als dokumentarische Verweise auf eine Wirklichkeit ausserhalb des Bildes gelten können.

Ausgewählte Gruppenausstellungen:
PALAZZINA #08, Palazzina Basel (2020), Spiegelgasse (Mirror Alley), Hauser & Wirth London (2018), Oh, that I had a thousand tongues, Tinos Quarry Platform Griechenland (2018), Readymades Belong to Everyone, Swiss Institute New York (2018), Verdienst, 2014–2017, Oracle Berlin (2017), Tbilisi16, Shindisi Tbilisi (2016), Episode 6: Kampus der Kröten, Oslo10 Münchenstein (2016), The Promise of Total Automation*, Kunsthalle Wien (2016).