21. November 2018

Beiträge des Bundesamtes für Kultur für die Provenienzforschung

Das Bundesamt für Kultur (BAK) unterstützt in den Jahren 2019–2020 die Provenienzforschung am Kunstmuseum Basel mit zwei Projektbeiträgen in Höhe von je 100‘000 Franken. Die Unterstützung des BAK betrifft sowohl die Arbeiten in Bezug auf Kunstwerke wie auch die Arbeiten hinsichtlich der Archivbestände, die für die Provenienzforschung relevant sind.

Das erste Projekt betrifft die Gemälde- und Skulpturensammlung. Es sieht vor, die Provenienzen von Erwerbungen aus den Jahren 1946–1962 vertieft zu erforschen. Dies betrifft rund 270 Gemälde und Skulpturen vom Spätmittelalter bis zum Entstehungsjahr 1945. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Eigentümerwechseln in den für die Thematik rund um die Nazi-Raubkunst entscheidenden Jahren 1933 bis 1945.

Das zweite vom BAK unterstützte Projekt ermöglicht die Untersuchung von rund 2000 Zeichnungen des Kupferstichkabinetts, die in den Jahren 1933 bis 1945 in die Sammlung gelangt sind. Im Vordergrund steht im ersten Teil des Projektes die Digitalisierung dieser Werke (unterstützt von der Karl und Sophie Binding-Stiftung). In einem zweiten Teil wird geklärt, ob an einzelnen Werken ein allfälliger Bedarf für eine vertiefte Erforschung der Provenienz besteht.

Zwischen 2016 und 2018 wurde in einem ersten vom BAK geförderten Projekt die Herkunft aller rund 380 Gemälde und Skulpturen untersucht, die im Zeitraum zwischen 1933 und 1945 Eingang in die Öffentliche Kunstsammlung Basel fanden. Die Ergebnisse der Forschungen sowie der Abschlussbericht sind seit Oktober 2018 über die Website des Kunstmuseums Basel öffentlich einsehbar.

Auch die Resultate der Forschungsprojekte 2019–2020 werden öffentlich zugänglich gemacht.

Aufgabe der Provenienzforschung ist die Erforschung der Herkunft eines Werkes von dessen Entstehung bis zu seinem heutigen Standort. Ziel ist es, die Eigentumsverhältnisse und Handwechsel in einer möglichst lückenlosen Abfolge zu dokumentieren.

Im Einklang mit dem ICOM Code of Ethics erachtet die Öffentliche Kunstsammlung Basel, gemeinsam mit der sie beratenden Kunstkommission, die Bemühungen um einen ehrlichen und transparenten Umgang mit der Geschichte ihrer Museumsbestände als moralische Pflicht und wissenschaftlichen Anspruch. Zudem hat sie sich zur Einhaltung der Washingtoner Vereinbarung verpflichtet. Die 1998 verabschiedeten und von 44 Staaten unterzeichneten Washingtoner Richtlinien sind ein Bekenntnis zu einer aktiven und wachsamen Beteiligung an der Identifizierung von NS-Raubkunst bzw. von Zwangsverkäufen, die unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland und den von Deutschland besetzten Gebieten getätigt wurden.

Weitere Informationen zu den Projektbeiträgen des Bundesamtes für Kultur (BAK):
www.bak.admin.ch/bak/de/home/aktuelles/medieninformation.html

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