19. September 2018

Stiftung für das Kunstmuseum Basel schenkt dem Kunstmuseum Basel ein Gemälde von Sam Gilliam

Mit Green April (1969) schenkt die Stiftung für das Kunstmuseum Basel der Öffentlichen Kunstsammlung Basel ein Schlüsselwerk Sam Gilliams. Das 7x2,5 Meter grosse Gemälde stellt einen markanten neuen Höhepunkt in der Sammlung neuer amerikanischer Malerei des Kunstmuseums Basel dar.

«Mit der Schenkung des Werkes Green April wollten wir als Stiftung klar machen, dass es neben der Unterstützung von Ausstellungen auch zu unserem Zweck gehört, Ankäufe zu tätigen. Wir betrachten es als wunderbare Chance, dies sichtbar zu machen, und haben deshalb erstmalig in der Geschichte der Stiftung den Ankauf eines Werkes nicht nur subsidiär unterstützt, sondern vollumfänglich selbst getätigt. Wir sind stolz, dass wir damit einen kapitalen Beitrag zur Erweiterung der Sammlung leisten können», sagt Markus Altwegg, Präsident der Stiftung, zum Ankaufsentscheid, der vom Stiftungsrat einstimmig gefällt wurde.

Josef Helfenstein, Direktor des Kunstmuseums Basel, freut sich sehr über die Schenkung: «Es ist heute sehr selten geworden, dass Kunst von historischer Bedeutung so lange unerkannt bleibt. Es freut mich sehr, dass die Ausstellung in der Sammlung des Kunstmuseums Basel nachhaltige Spuren dieses erst mit grosser Verspätung entdeckten Künstlers hinterlassen wird.»

Zusammen mit dem bereits 2017 angekauften Werk Rondo (1971), dem Gemälde Through Expanses (1968) und dem Siebdruck Walter/Josef (2018), beides Geschenke des Künstlers ans Kunstmuseum Basel anlässlich der laufenden Ausstellung The Music of Color. Sam Gilliam, 1967–1973, verfügt die Öffentliche Kunstsammlung nun über eine repräsentative Werkgruppe des Künstlers.

Green April ist das letzte Werk aus einer künstlerisch und historisch bedeutsamen Serie von Werken Gilliams rund um die Ermordung von Martin Luther King, das sich noch nicht in einer öffentlichen Sammlung befindet.

Formal unterscheiden sich die Gemälde der Serie Martin Luther King Paintings nicht wesentlich von anderen Arbeiten Gilliams dieser Periode. Die Titel jedoch markieren eine deutliche Abgrenzung vom Formalismus einer politisch ungebundenen modernistischen Ästhetik.

Die Martin Luther King Paintings sind in dieser Hinsicht herausragend. Ihre Titel – Green April (1969), April 4 (1969) oder Red April (1970) – beziehen sich auf das Datum der Ermordung von Martin Luther King. Sam Gilliam selbst bezeichnet die Martin Luther King-Serie als humanistische Gemälde: «Ich habe wohl sechs oder sieben Martin Luther King Paintings gemacht. Sie beschäftigen sich mit einem Gefühl von absoluter Präsenz des Weges des Menschen auf der Erde oder in der Welt. Der humanistische Aspekt ist vielleicht der totale Aspekt, das totale Sujet aller Malerei oder Kunst – ob es uns gefällt oder nicht.»

In einem Interview aus dem Jahr 2016 sagte Gilliam: «Ein abstrakter Künstler zu sein, ist eine Illusion. Eine noch grössere Illusion ist es, ein schwarzer abstrakter Künstler zu sein.» Nur selten äussert sich der Maler so explizit zu der Frage, wie seine afroamerikanische Herkunft seine Arbeit beeinflusst. Auch zur politischen Dimension seiner Arbeit nimmt der Künstler kaum öffentlich Stellung. Seine Teilnahme am Marsch auf Washington 1963, im Zuge dessen Dr. Martin Luther King seine berühmte Rede gehalten hat, ist Gilliams letztes öffentliches politisches Bekenntnis. Nach den Rassenunruhen, die 1968 in der Folge der Ermordung Kings ihren Höhepunkt erreichen, wird seine Beziehung zur Bürgerrechtsbewegung zurückhaltender. Auf die Ereignisse von 1968 antwortet Gilliam weniger durch seine Arbeiten selbst als vielmehr mittels seiner Art, über diese nachzudenken.

Green April ist noch bis zum 30. September 2018 in der Ausstellung The Music of Color. Sam Gilliam, 1967–1973 zu sehen.

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