URBAN COLOUR RESEARCH GROUP

Walkshopreihe zur Bedeutung von Farben im städtischen Raum mit der Basler Künstlerin, Kunstpädagogin und Forscherin Chantal Küng.



“I think of the color of plants, spring plants. The color and the presence of trees. Things that were outside that I discovered. If you live in Washington you discover azaleas or you see forsythia for the first time. And at some point of discovery, you think back to the first time that you noticed color in landscape. What were the colors that you see?....”

–Sam Gilliam im Interview mit Don Ball, NEA Arts Magazine, 2011


Als Teilnehmer_innen der URBAN COLOR RESEARCH GROUP erforschen wir die Farbkonzepte und -geschichten der Stadt Basel. In Walkshops durch verschiedene Quartiere erkunden wir Aspekte von Farbe und Stadt. Beim Gehen durch die Stadt wird der urbanen Raume zu einem Lernraum. Wir stellen unterschiedliche Fragen: Welche Farben dominieren in Basel zu welcher Zeit? Sind die meisten Pflanzen und Blumen rot? Und warum ist ein Zebrastreifen immer weiss? Unterschiedliche Expert_innen stehen uns mit Rat und Tat zur Seite. Die Ergebnisse unserer Untersuchung halten wir fest und dokumentieren sie auf unserem Blog.

Anmeldung
Für Interessierte ab 16 Jahren, kostenlose Teilnahme, tours@kunstmuseumbasel.ch


Programm

Vom 18.08. bis 22.09., jeden Samstag.


Samstag, 18.8., 14—17 Uhr: «Pharma und Farben; Bläue»
Treffpunkt: Kunstmuseum Basel | Hauptbau
17 Uhr öffentliches Screening «Bläue», Kunstmuseum Basel | Hauptbau, Atelier B&V

Mit Kerstin Schroedinger, Berlin, Künstlerin in den Bereichen Film, Hörspiel, Musik, Mitglied der Cinenova Working Group, des feministischen Filmverleihs
Cinenova in London.

Wir lokalisieren auf einem Spaziergang Orte der frühen Farbenindustrie in Basel. Dabei hören wir über den Chemieunfall von Schweizerhalle im Jahr 1986, auf Grund dessen sich der Rhein kurzzeitig rot färbte und nahezu alle Fische verendeten. Wir stellen vor Ort Cyanotypien / Blaudrucke her und erfahren mehr über die historischen Verknüpfungen dieses Druckverfahrens mit Ursprüngen der industriellen Farbenherstellung, die den Vorläufer der chemischen Pharmaindustrie bildet.

Samstag, 25.8., 14—17 Uhr: «Farben umkämpfter Räume»
Treffpunkt: Tramhaltestelle Wiesenplatz, Basel

Mit Jonas Aebi, Soziologe und Stadtforscher, doktoriert zu stadt- und wohnpolitischen Konflikten am Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel.

Wie wird Ästhetik ein Instrument der Stadtentwicklung? Können Farben ein Quartier auf- oder abwerten? Wir gehen davon aus, dass Farben und Ästhetik nicht neutral sind, sondern in Prozessen von Quartierentwicklung auch strategisch eingesetzt werden. Am Beispiel des Klybeckquartiers und des Hafenareals untersuchen wir diese städteplanerisch umkämpfte Zone aufgrund der Farben
von Bauten, Räumen und Strassen.

Samstag, 1.9., 11—17 Uhr: «Pflanzenfarben aus Stadtgrün»
Treffpunkt: Kunstmuseum Basel | Hauptbau

Mit Atelier Vert, Lea Kuhn, Szenografin und Künstlerin und Nina Gautier, Designerin und Forscherin.

Die Pflanzen der öffentlichen Beete und das städtische «Unkraut» besitzen nicht nur unterschiedlichste Heilkräfte, sie enthalten auch diverse Farbsubstanzen. Aus ihren Blüten, Blättern, Wurzeln und Beeren lassen sich Farbsude herstellen, mit denen Textilien eingefärbt werden können. Wir sammeln Pflanzen an Wegrändern, Rheinborden und zwischen den Randsteinen, verarbeiten diese zu Farbbädern und erstellen einen Farbenkatalog der Stadtnatur.

Samstag, 8.9., 11—17 Uhr: «Die Farben des Feinstaubs»
Treffpunkt: Kunstmuseum Basel | Hauptbau

Mit Tiziana Halbheer, öffentliche Staubreinigungskraft, Künstlerin, Vermittlerin.

Wir sammeln an befahrenen Strassen und in Industriegebieten feinsten Staub, der sich als Niederschlag an Hausfassaden und auf Fenstersimsen materialisiert. Die gesammelte graue Materie wird auf Porzellanobjekte aufgetragen und in einem Büchsenbrandverfahren gebrannt. Mit dem Brennverfahren verändert sich auch die Farben des Feinstaubes. Auf den keramischen Objekten bleiben zuletzt
nur noch die metallischen Komponenten des Staubniederschlages sichtbar. Die zuvor unsichtbaren Farben des Feinstaubs der Stadt werden so zum Vorschein gebracht.

Samstag, 15.9., 14—17 Uhr: «Konfliktlinien: Graffiti, Tags und Sprays»
Treffpunkt: Tramhaltestelle Bahnhof St. Johann, Basel

Mit David, Fachperson Sprayen.

Wir folgen Graffitis, Tags und Sprayereien vom St. Johann Quartier über den Hafen bis zum Badischen Bahnhof. Wir gehen auf Spurensuche nach den Konfliktzonen von Stadtentwicklung, die im Umgang mit versprayten und geputzten Flächen sichtbar werden. Mittels dokumentarischer Fotografien lassen sich Veränderungen im Umgang mit Graffitis nachvollziehen. Wir lernen, den Blick zu schärfen für die Farben der Sprayereien und Grauflächen und versuchen, deren Hintergründe und Geschichten zu lesen.

Samstag, 22.9., 14—17 Uhr: «Das Stadtbild und die Farben der Stadt»
Treffpunkt: Kunstmuseum Basel | Hauptbau

Mit Christian Stauffenegger, visueller Gestalter und Mitglied der Stadtbildkommission.

Welche Farbe hat eigentlich das Münster genau? Und welche das BIZ-Gebäude? Wie wird über die Farbe von Bauten entschieden? Welche Kriterien werden dabei angewendet? Wir erfahren mehr über das Projekt «Farben der Stadt», welches Christian Stauffenegger 2015 zusammen mit Lernenden der Fachklasse Grafik an der Schule für Gestaltung durchführte. Das Projekt dokumentiert anhand von 60 Farbkarten die Farben ausgewählter Häuser in Basel. Ausgestattet mit einem Farbfächer erstellen wir selbst eine Farbkarte für ein Gebäude.


Abschlussveranstaltung

Samstag, 29.9., 16–17 Uhr
«Criss Cross» meets «Urban Color Research Group» meets «other classrooms».

Treffpunkt: Kunstmuseum Basel | Hauptbau

Gesprächsrunde und Abschlussveranstaltung zur Bedeutung von Farben im städtischen Raum. Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Urban Color Research Group und other classrooms, einem Seminar der Zürcher Hochschule der Künste. Die in den Walkshops entstandenen Objekte und Recherchematerialien werden an der Abschlussveranstaltung am 29.9.2018 ab 14 Uhr im Kunstmuseum Basel gezeigt.


Chantal Küng ist Künstlerin, Kunstpädagogin und Forscherin. Sie ist an der Zürcher Hochschule der Künste ab Herbst 2018 als Lehrbeauftragte im Bereich Art Education tätig und schreibt ihre Dissertation an der Akademie der Künste in Wien. Weitere Infos.