Für die Vortragsreihe Curating… Vorträge aus der Praxis des Ausstellungsmachens kooperiert das Kunstmuseum Basel mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst. Søren Grammel, Leiter der Abteilung Kunst ab 1960 / Gegenwart, und Roman Kurzmeyer, Dozent an der HGK, laden Ausstellungsmacher, Kuratoren, Theoretiker und Künstler ein, über den Begriff des Kuratierens zu sprechen, sei dies ein Einblick in ihre eigene kuratorische Praxis, das Reflektieren von Projekten anderer Ausstellungsmacher oder die theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Kuratierens.

Vorträge dieser Reihe finden seit 2014 statt. Bis Sommer 2016 wurden sie im Studio gegenüber dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart abgehalten. Künftig werden sie im Kunstmuseum Basel | Neubau durchgeführt. Der Eintritt ist frei und es ist keine Reservierung notwendig.


Der nächste Termin ist:

Hauptbau, Vortragssaal, 23.5.2017 / 18.15 Uhr

Ist weniger Kuratieren mehr?
Iris Dressler, Direktorin Württembergischer Kunstverein Stuttgart

Iris Dressler stellt Modelle und Praktiken sowohl des Kuratierens als auch der institutionellen Arbeit vor, die sich zwischen den Bereichen von Kunst, Forschung, Theorie und gesellschaftspolitischen Fragestellungen bewegen.

Im Vordergrund stehen dabei kollektive Formen des Kuratierens – wobei sie davon ausgehet, dass Kuratieren grundsätzlich eine kollektive Angelegenheiten ist. Was erfordert es auf institutioneller Ebene, wenn Ausstellungen in einem gemeinschaftlichen Prozess mit ungewissem Resultat entwickelt werden? Wie lässt sich Vielstimmigkeit, auch im Sinne von Dissens, in Ausstellungssettings übersetzen?

In seinen Ausstellungen versucht der Württembergische Kunstverein in der Regel mit fragmentarischen, nicht-linearen und offenen Narrativen und Konstellationen zu arbeiten. Dies betrifft die Auswahl von künstlerischen Werken und anderen Objekten ebenso wie die Raumarchitektur und Texte. Was bedeutet dies für die Rezeption und Erfahrung von Ausstellungen?

Ein dritter Aspekt des Beitrags betrifft Formen der Zusammmenarbeit mit diversen Öffentlichkeiten, die auf explizit nicht kuratierten, eher informellen Strukturen basieren. Ist weniger kuratieren mehr?

Ebenso „antizyklisch“ möchte Iris Dressler sich im Hinblick auf Ausstellungen für ein Mehr an Zeitintensität, Komplexität, Reibung, Konflikt, Lücken, Unfertiges und Überforderung aussprechen sowie für eine Vermittlungsarbeit, die weniger auf Verstehen als vielmehr auf die Stärkung von Neugier, das Interesse für die „Dinge, die wir nicht verstehen“ – um den Titel einer Ausstellung von Roger M. Bürgel und Ruth Noack aufzugreifen – setzt.




Bisherige Referentinnen und Referenten

  • Daniel Baumann, Direktor Kunsthalle Zürich
  • Sven Beckstette, Kurator Kunstmuseum Stuttgart
  • Diana Campbell Betancourt, Artistic Director and Chief Curator at the Samdani Art Foundation and Dhaka Art Summit
  • Judith Clark, Professor of Fashion and Museology, University of the Arts, London
  • Clémentine Deliss, Curator of the Dilijan Arts Observatory, Armenia
  • Elena Filipovic, Direktorin der Kunsthalle Basel
  • Anselm Franke, Leiter der Abteilung Bildende Kunst und Film des Haus der Kulturen der Welt, Berlin
  • Søren Grammel, Leiter Kunst ab 1960 / Gegenwartskunst, Kunstmuseum Basel
  • Maria Hlavajova, Direktorin bak - basis voor actuele kunst, Utrecht/NL
  • Hans-Dieter Huber, Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
  • Valérie Knoll, Direktorin der Kunsthalle Bern
  • Maria Lind, Director of the Tensta Konsthall (Stockholm, Schweden) and independent curator and writer
  • Chus Martinez, Leiterin des Instituts Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW
  • Heike Munder, Leiterin Migrosmuseum für Gegenwartskunst
  • Peter Spillmann, Kulturproduzent, Künstler und Ausstellungsmacher, Zürich
  • Marc-Olivier Wahler, Chalet Society, Paris